Gomaringen

Der Fuchs geht in Gomaringen um…

Eigentlich sollte nur der Igel, der neurdings unter dem Fenster irgendwo im Gebüsch am Haus direkt neben der Terasse wohnte, etwas zu fressen bekommen. Doch am nächsten Morgen war der Behälter mit dem Vogelfutter mitten auf der Terrasse…  so etwas konnte kein Igel bewerkstelligen! Also haben wir uns mit der Wildkamera auf die Lauer gelegt und tatsächlich einen ungebetenen Besucher entdeckt: einen Fuchs!

Immer mehr Füchse im Ort

Auf der Suche nach Nahrung verirren sich Füchse zunehmend in die Nähe eines Wohnhauses oder in den Garten. Oder sie suchen sie, vor allem wenn sie Junge haben, gezielt auf. Zu leicht wird es ihnen manchmal gemacht, wenn auf den Komposthaufen auch Lebensmitteln lagern oder Essensreste in den Gelben Säcken stecken. Das sagte vor einigen Jahren schon der Jagdpächter auf Anfrage. Laut Jagdgesetz ist es jedoch verboten, die Wildtiere zu füttern oder gar zu versuchen, sie zu zähmen und als Haustiere zu halten. Durch gezieltes Füttern verlieren die Tiere ihre angeborene Scheu vor dem Menschen. Auf keinen Fall sollte man also Füchse vorsätzlich anlocken. Insgesamt sind die Lebensbedingungen für Füchse in Orten und Städten oft besser als im Wald oder in landwirtschaftlichen Regionen. Der Fuchs fühlt sich daher in Gomaringen vermutlich sehr wohl. Doch innerorts darf kein Jäger schießen: Es nützt also wenig, den Jäger oder den Revierförster zu holen.

Sind Füchse gefährlich?

Im April wurde von verstörten Haustieren und sogar einer gerissenen Katze auf dem Facebook-Kanal des Gomaringen-Blog berichtet. In der selben Gegend wurde jetzt auch der Fuchs gefilmt. Sind Füchse also aggressiv und gefährlich?

Im Normalfall sind die Tiere nicht aggressiv. Wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen, können sie jedoch in Panik geraten. Daher nie einem Fuchs den Fluchtweg abschneiden oder versuchen, ihn einzufangen. Für Katzen, insbesondere Jungkatzen, kann der Fuchs aber durchaus gefährlich werden. Es ist daher durchaus möglich, dass die Katze aus der Facebook-Meldung vor einiger Zeit dem Fuchs zum Opfer gefallen ist.

Fuchs und Krankheiten

Zuerst eine Entwarnung: Tollwut, auch durch Füchse übertragen, war in Deutschland ein großes Problem. Sie gilt seit 2008 aber als ausgerottet. Bleibt die Gefahr des Fuchsbandwurms. Die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, gilt aber als gering.  Klassische Hygieneregeln sollten hier ausreichen – also Hände nach der Gartenarbeit, Spaziergängen oder dem Kontakt mit Tieren gründlich waschen. Zur Sicherheit gilt das auch für Obst und Gemüse.

 

Nahrungsquellen aus dem Garten entfernen

Um Futterquellen für Füchse im Garten zu vermeiden, sollten darauf achtgegeben werden, kein Vogel-, Hunde- oder Katzenfutter offen herumliegen zu lassen. Gleiches gilt für Essensreste, insbesondere während der Grillsaison. Die Mülltonnen und der Komposthaufen sollten gut verschlossen sein. Zäune oder Mauern halten Füchse übrigens nicht ab: sie werden von den neugierigen und geschickten Kletterern oft problemlos überwunden.

Für unseren Igel bedeutet dies, dass er sich absofort wieder selbst auf die Suche nach Essen machen muss, von uns bekommt er leider nichts mehr!


Text und Video: Daniel Schneider